Birnbaum/Warthe. Carl Busse. Julian Will. Aus vergangenen Tagen. Birnbaum 1939-45. [Herausgegeben von Margarethe BECKER, Gerhard BUCHWALD, Käte HENNING, Stefan WINIECKI, Friedberg/H.], 1969.

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die sich damals für das Deutschtum eingesetzt haben, des Vorstands und der zahlreichen Mitglieder, von denen die meisten nicht mehr unter den Lebenden weilen. Es ist keine Kunst zu helfen, wenn man aus dem Vollen schöpfen kann. Wenn aber die Mittel dazu durch den Einsatz und die Hilfsbereitschaft ja durch die Opferbereitschaft der ganzen Gemeinschaft, aufgebracht werden, so ist das eine große Sache.

     Und wenn auch der Schrecken des letzten Krieges alles hinweggefegt hat, was uns lieb und teuer war, so vermochte er eins nicht: die Erinnerung auszulöschen an alles, was den Begriff Heimat ausmacht, an unsern Alltag und an die fröhlichen Feste, die wir zu feiern verstanden.

 

Hans-Jürgen Bardt

Der deutsche Großgrundbesitz im Kreise Birnbaum

     Der deutsche Großgrundbesitz im Kreise mit seinen 11 Familien und 16 Rittergütern stellte eine geschlossene Einheit dar. So sehen wir es heute, wenn wir auf das Jahr 1919 zurückschalten. Der erste Weltkrieg war verloren. Unser Heimatkreis wurde in den neu errichteten polnischen Staat eingegliedert. Aus den verschiedensten Gründen kam es zu einer starken Abwanderung des deutschen Bevölkerungsteiles. Der verbliebene Rest verlor alle wirtschaftlichen und kulturellen Verbindungen und mußte sich in jeder Weise neu orientieren. Das bedeutete für das deutsche Volkstum in Stadt und Land ein ganz enges Zusammenrücken aller Bevölkerungsteile. So hatte auch der Großgrundbesitz wie alle anderen Stände Aufgaben im menschlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich zu übernahmen, wie sie im allgemeinen in der preußischen Zeit nicht notwendig waren, denn damals sorgte der Staat für uns.

     Im folgenden wird ein Überblick über die Großgrundbesitzerfamilien mit ihren Gütern in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen gegeben. Bei der Ortsbezeichnung halten wir uns an die Schreibweise, wie wir sie auf der Karte des Deutschen Reiches 1:100.000 und der Topographischen Karte 1:25.000 üblich ist.

     Wenn einige Familien nur kurz behandelt sind, so liegt es daran, daß Angaben nur im Telegrammstil greifbar waren. Zahlen und Besitzgrößen werden nur dann genannt, wenn an der Richtigkeit nicht zu zweifeln war.

Bardt

     Die Herrschaft Lubosch, bestehend aus den Ritterütern Lubosch und Niemierzewo mit den Vorwerken Augustowo, Karlshof und Josefowo, befand sich seit 1828 im Besitz der Familie Bardt. Nach dem frühen Tode ihres Mannes (1902) mußte Johanna, geb. Freiin von Massenbach aus em Hause Pinne als Wittwe über zwei Jahrzehnte den großen und wertvollen Besitz für ihre minderjährigen Kinder bewirtschaften. Sie führte die Teilung durch. Der ältere Sohn Hans-Jürgen übernahm Luboschg, er wurde bekannt als Kreisvereinvorsitzender der Welage bis 1939. Der jüngere Sohn Richard übernahmt Niemierzewo, das leichteren Boden hatte, welchen er durch intensivsten Kartoffelbau in hohe Kultur brachte. Durch mancherlei Ämter in Birnbaum wird er auch heute noch viele in Erinnerung sein.

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