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literatur". Der "neueren deutschen
Lyrik" schickt der Dichter eine Einleitung voraus, die
uns in knappen, aber scharf gezogenen Linien mit den
literarischen Strömungen derJahre 1850-1880 bekannt macht.
Die "Geschichte
der Weltliteratur" ist ein Werk siebenjähriger fleißiger
Arbeit. Es hat vor anderen Literaturgeschichten besondere Vorzüge:
Busse gibt uns nicht eine Geschichte der einzelnen Literaturen
der Völker, indem er nacheinander die altklassischen, die
franzözische, englische, deutsche usw. Literaturen schildert.
Er wollte in Wahrheit eine "Weltliteratur"
schreiben, und das ist ihm gelungen, da er synchronistisch
vorging. Bei ihm sehen wir, wie die Jahrhunderte nacheinander
sich aufbauen, wie die großen Geist- und Zeitströmungen über
die ganze Welt gehen, die Ideen sich ablösen. Vor jedes
Jahrhundert stellt er eine Einleitung, die alle Tendenzen des
Säkulums nicht allein auf literarischem, sondern auch auf
politischem, gesellschaftlichem und wissenschaftlichem Gebiete
zusammenfaßt. Es folgen die Völker des Zeitraumes, gewöhnlich
voran das Volk, von dem die neuen Tendenzen ausgehen oder sich
auch in einer überragenden Persönlichkeit kristallisieren.
Diese vor allem, die führenden Geister der jedesmaligen Zeit,
sind leidenschaftlich miterlebt.
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Die vorstehendeArbeit
der Lehrerin A. Spielmann erschien 1929in "Lieb'
Heimatland !", Kalender für den Westen der Wojewodschaft
Poznañ, herausgegeben vom Kreislehrerverein Miêdzychód.
Druck und Verlag H. Buchwald, Miêdzychód.
Otto Heike
Julian Will
Einer der edelsten Führer
des Auslanddeutschtums vor 1939 war Julian Will. Selbstlos
stand er sein Leben lang im Dienst seines Volkes, inbesondere
der deutschen Volksgruppe in Polen. Immer wieder verzichtete
er auf persönliches Wohlergehen, wenn es galt, für die
Gesamtheit einzutreten.
Auf allen Gebieten
diente Will seinem Volk: Als Lehrer vermittelte er den Kindern
das deutsche Sprach- und Kulturgut, als
evangelisch-lutherischer Kirchenmann trat er den
Polonisierungsbestrebungen der von Polen beherrschten
Kirchenleitung entgegen, als Politiker focht er in der
Volkstumsbewegung und im Parlament für die Rechte der
deutschen Minderheit und als Dichter war er der Rufer und
Mahner, ja das völkische Gewissen der Deutschen in Polen.
Weit über die
Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt wurde Julian Will durch
das Lied der Asulanddeutschen "Fern vom Land der
Ahnen". Dieses nach der Melodie "Freiheit, die ich
meine" gesungene Lied wurde fast in der ganzen Welt von
den verstreut lebenden Deutschen, besonders auch in Süd- und
Nordamerika gesungen.
Trotz des Unrechts
und der Bitternis, die die Deutschen in Polen von behördlicher
Seite erfuhren, sprach Will unentwegt der Verständigung
zwischen dem deutschen und polnischen Volk das Wort. Der
Humanist und Theologe war erfüllt von dem Glauben an das Gute
im Menschen. Ebenso glaubte er trotz aller Beschgwernisse an
die Moral in der Politik. Geradezu Aufsehen erregte eine Rede
Julian Wills im Sejm im Jahre 1930, als er das
deutsch-polnische Problem in seiner Gesamtheit aufwarf und
sich in feierlicher Form für die Überwindung des Gegensatzes
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