Birnbaum/Warthe. Carl Busse. Julian Will. Aus vergangenen Tagen. Birnbaum 1939-45. [Herausgegeben von Margarethe BECKER, Gerhard BUCHWALD, Käte HENNING, Stefan WINIECKI, Friedberg/H.], 1969.

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64.

 
 

8.

literatur". Der "neueren deutschen Lyrik" schickt der Dichter eine Einleitung voraus, die uns in knappen, aber scharf gezogenen Linien mit den literarischen Strömungen derJahre 1850-1880 bekannt macht.

     Die "Geschichte der Weltliteratur" ist ein Werk siebenjähriger fleißiger Arbeit. Es hat vor anderen Literaturgeschichten besondere Vorzüge: Busse gibt uns nicht eine Geschichte der einzelnen Literaturen der Völker, indem er nacheinander die altklassischen, die franzözische, englische, deutsche usw. Literaturen schildert. Er wollte in Wahrheit eine "Weltliteratur" schreiben, und das ist ihm gelungen, da er synchronistisch vorging. Bei ihm sehen wir, wie die Jahrhunderte nacheinander sich aufbauen, wie die großen Geist- und Zeitströmungen über die ganze Welt gehen, die Ideen sich ablösen. Vor jedes Jahrhundert stellt er eine Einleitung, die alle Tendenzen des Säkulums nicht allein auf literarischem, sondern auch auf politischem, gesellschaftlichem und wissenschaftlichem Gebiete zusammenfaßt. Es folgen die Völker des Zeitraumes, gewöhnlich voran das Volk, von dem die neuen Tendenzen ausgehen oder sich auch in einer überragenden Persönlichkeit kristallisieren. Diese vor allem, die führenden Geister der jedesmaligen Zeit, sind leidenschaftlich miterlebt.

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     Die vorstehendeArbeit der Lehrerin A. Spielmann erschien 1929in "Lieb' Heimatland !", Kalender für den Westen der Wojewodschaft Poznañ, herausgegeben vom Kreislehrerverein Miêdzychód. Druck und Verlag H. Buchwald, Miêdzychód.

 

Otto Heike

Julian Will

     Einer der edelsten Führer des Auslanddeutschtums vor 1939 war Julian Will. Selbstlos stand er sein Leben lang im Dienst seines Volkes, inbesondere der deutschen Volksgruppe in Polen. Immer wieder verzichtete er auf persönliches Wohlergehen, wenn es galt, für die Gesamtheit einzutreten.

     Auf allen Gebieten diente Will seinem Volk: Als Lehrer vermittelte er den Kindern das deutsche Sprach- und Kulturgut, als evangelisch-lutherischer Kirchenmann trat er den Polonisierungsbestrebungen der von Polen beherrschten Kirchenleitung entgegen, als Politiker focht er in der Volkstumsbewegung und im Parlament für die Rechte der deutschen Minderheit und als Dichter war er der Rufer und Mahner, ja das völkische Gewissen der Deutschen in Polen.

     Weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt wurde Julian Will durch das Lied der Asulanddeutschen "Fern vom Land der Ahnen". Dieses nach der Melodie "Freiheit, die ich meine" gesungene Lied wurde fast in der ganzen Welt von den verstreut lebenden Deutschen, besonders auch in Süd- und Nordamerika gesungen.

     Trotz des Unrechts und der Bitternis, die die Deutschen in Polen von behördlicher Seite erfuhren, sprach Will unentwegt der Verständigung zwischen dem deutschen und polnischen Volk das Wort. Der Humanist und Theologe war erfüllt von dem Glauben an das Gute im Menschen. Ebenso glaubte er trotz aller Beschgwernisse an die Moral in der Politik. Geradezu Aufsehen erregte eine Rede Julian Wills im Sejm im Jahre 1930, als er das deutsch-polnische Problem in seiner Gesamtheit aufwarf und sich in feierlicher Form für die Überwindung des Gegensatzes

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